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information & gesundheit 12 | SEPTEMBER 2019 Foto © pixabay.com Wenn die Schuhe nicht mehr passen: Wasser in den Beinen AUCH DIE BRENNESSEL KANN DURCH IHRE DIURETISCHE EIGENSCHAFT UNTERSTÜTZEN Prof. Franz W. Strohmer med. Journalist rasch an das Medikament gewöhnt und die erhoffte Wirkung in der Folge nur durch eine höhere Dosis des Wirkstoffes erzielt werden kann. Beim Absetzen des Medikamentes entstehen durch den Rebound-Effekt (Zurückfalleffekt) verstärkt Ödeme, so dass nur ein Ausschleichen über drei Wochen und eine kochsalzarme Ernährung eine weitere Einnahme des Diuretikums verhindern hilft. Das Hochla- gern der Beine zwischendurch oder auch in der Nacht entlastet die Venen, eine Kompressionstherapie durch das Tragen von Kompressionsstrümpfen erhöht den Außendruck auf die Gefäße und entlastet dadurch ebenfalls die Venen. Eine wirksame Übung für Zwischendurch: Auf dem Rücken liegend Hochstrecken der Beine und mit den Füßen kreisen. Empfohlen wird auch die manuelle Lymphdrainage (MLD) zur Aktivierung der Lymphbahnen, die dadurch verstär- kt das angestaute Wasser weiterleiten. Radfahren, Schwimmen, Wandern sollten als regelmäßige Bewegung eingesetzt werden. Zur genaueren Abklärung der Krankheitsursache sollte jedenfalls eine umfangreiche ärztliche Untersuchung erfolgen, insbesonders ein Ultraschall bei einem Phlebologen (Venenspezialisten). D er menschliche Körper besteht mehr als zur Hälfte aus Wasser und im Durchschnitt nimmt der Mensch täglich zweieinviertel Liter Wasser zu sich. Bei bestimmten Organschwächen, wie zum Beispiel des Herzens, der Venen, oder wenn der Körper zu wenig Wasser ausscheidet, können Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe, so genannte Ödeme auftreten. Auch durch verschiedene Medikamente, wie durch fast alle Mittel gegen Rheuma können Ödeme entstehen. Eiweißman- gel, Diabeteserkrankungen, Störungen des Hormonhaushaltes, (Schilddrü- senunterfunktion) Bewegungsmangel, Lymphstau sind weitere Ursachen von Ödemen. Normalerweise sind Gefäße wie Venen, Arterien oder Lymphgefäße in der Lage, dass sie Flüssigkeiten und Nährstoffe nicht nur transportieren, sondern auch an das Gewebe abgeben. Wasserstaus entstehen dann, wenn Flüssigkeit aus den Blut- oder Lymphgefäßen in das umgebende Gewebe austritt. Häufig werden Diuretika (Entwässerungs- mittel) gegen Ödeme einge- setzt, die relativ wirkungsvoll sind, aber bei denen zur Vorsicht geraten werden muß, da sich der menschliche Körper sehr
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