

information & bewusstsein
Professor Abakus:
WORT-Wettrüsten versus
Sprachlosigkeit
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Ghostwriter: Birgit Menke
22 | MÄRZ 2017
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essourcen etwas zu lernen, gibt es in jedem Alter. Wir Kinder lernen
in der Schule soziale Verhaltensweisen, die für das menschliche
Miteinander in unserer Gesellschaft erforderlich sind. Dazu gehört
auch die Bereitschaft zur fairen Auseinandersetzung in Konflikten,
aber auch die Bereitschaft andere Kulturen, Religionen und demokratische
Werte als gleichwertig anzuerkennen, ohne uns durch die Meinung anderer
begrenzen zu lassen.
„Wir alle haben Grenzen,“ sagt Opa, „die wir selber setzen, schützen und vertei-
digen müssen. Für diese Verteidigung benötigen wir ein gewisses Maß an Konflikt-
bereitschaft. Und die Bereitschaft, Konflikte konstruktiv zu lösen. Leider sind immer mehr
Menschen bereit, Grenzen zu überschreiten,“ fährt Opa fort. „Das WORT-Wettrüsten hat schon
vor langer Zeit begonnen und der ungezügelte Wortschatz wird immer wieder als zerstörende Waffe
eingesetzt, die nicht nur unter der Gürtellinie einschlägt, sondern auch gegen die freiheitlich demo-
kratische Grundordnung zielt. Damit nicht genug, werden aus allen Richtungen leichtfertig verbale
Ohrfeigen verteilt und die werden immer härter. Das ist kein stabiles Fundament für ein friedliches
Miteinander. Mir gefallen Menschen, die sich Gedanken machen, Lösungen, Wege und Ergebnisse
anbieten und nicht nur mitlaufen und Worthülsen aufsammeln. Das, was ich dann zu hören bekomme,
verschlägt mir manchmal die Sprache.“
„Opa und sprachlos, das passt so gar nicht zueinander. Wenn ich zu entscheiden hätte, sollte Denken
die Voraussetzung für das Sprechen sein. Aber ich werde sicher nicht gefragt, wie immer.“
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