

information & lernen
Zukunftsweisend:
Individuelle Bedürfnisse
ERFOLGREICHE ANSÄTZE ZUR ENTWICKLUNG DES PERSONIFIZIERTEN
„NEUEN LERNENS“
Univ. Prof. MMag.
DDr. Salvatore Giacomuzzi
Department Psychologie
Sigmund Freud Universität
Wien
12 | MÄRZ 2017
Foto: © A. Juettner-Lohmann -
Fotolia.comD
ie Notwendigkeit die Ergebnisse
der modernen Gehirnforschung
in die Gestaltung des Schulall-
tags zu berücksichtigen, zeigt
sich z.B. in der Tatsache, dass Pubertie-
rende Kinder „Langschläfer“ sind. Dieses
morgendliche Schlafbedürfnis ist das
Ergebnis der Verschiebung des Schlaf-
Wach-Rhythmus. Ansätze wie etwa die
„verschränkte Schulform“ versuchen
dem Rechnung zu tragen. Zudem er-
scheinen auch die neuen Unterrichtsme-
thoden des differenzierten Unterrichtens
und individualisierten Lernens besser
umsetzbar, wenn für ein Schulfach mehr
Zeit am Stück als die übliche 50-Minuten
Schulstunde zur Verfügung steht.
Das Zeitkriterium ist jedoch alleine
nicht der springende Punkt um besse-
re Lernerfolge zu garantieren. Hierzu
bedarf es struktureller Änderungen des
Gesamtpaktes Schule. Im Folgenden soll
daher von einem nunmehr gut etablier-
ten Projekt des personifizierten Lernens
berichtet werden. Vielleicht – und das ist
einer der Grundgedanken des „Neu-
en Lernens“ – wäre es besser, wenn
man auf die Bedürfnisse der Schüler/
innen eingeht und das zeitliche Korsett
weniger eng schnallt, will heißen, wenn
ein Schüler etwa in Mathematik ein
besonderes Interesse hat, sollte er
vielleicht besser mit ähnlich Ge-
sinnten lernen. Im Fach Deutsch ist
es vielleicht dem Schüler lieber, wenn
er etwa Gruppenverben in Spanisch viel-
leicht drei Mal erklärt bekommt …etc.
„Neues Lernen“ ist in seinem Wesen per-
sonifiziertes Lernen. Heißt das Ziel personi-
fiziertes, also auf die einzelne Person maß-
geschneidertes Lernen, so muss zielstrebig
vom Individuum ausgegangen werden.
Ausgehend von den Ergebnissen der Kon-
zepte des EU-Programmes „Oikos“ wurde
in der Fachschule für Hauswirtschaft in
Kortsch zuerst eine Testwoche für „Neues
Lernen“ durchgeführt.
Stellvertretend für die einzelnen Ergeb-
nisse konnte zusammenfassend folgendes
erhoben werden:
• Das Neue Lernen sollte fortgesetzt
werden
• 90% der Eltern wünschten eine Fort-
setzung des Projektes
• über 70% der Schülerinnen wünsch-
ten eine Fortsetzung des Projektes
• der Lehrkörper sah eine signifikante
Verbesserung der Leistung und des
Wohlbefindens der Schülerinnen
Das neue Lernen erfordert zuerst eine
begleitete Implementierung. Schon nach
einem Jahr zeigen sich, dass die entspre-
chenden Notenlevels und Leistungskurven
der Schüler gesteigert werden können, die
Zustimmung seitens der Beteiligten gut
gegeben und die intraindividuellen Lern-
fortschritte stark zunehmen. Zudem kann
durch die Umsetzung des Projektes das
Wohlbefinden der Schüler in der Schule
stark erhöht werden, was sich naturgemäß
auf die Leistungen auswirkt. Wir leben
in einer sich immer schneller ändernden
Welt, welche die Schulkonzepte bishe-
riger Jahre nicht berücksichtigen können.
Neue Lösungsansätze sind notwendig und
Neues Lernen werden dabei zukunftswei-
send sein.
Co-Autoren
Prof. Dr. Klaus Garber
Dr. Oskar Ausserer
Mag.
a
Sandra
Velasquez-Montiel
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