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©pixabay.com11 | MÄRZ 2017
Dramaturgische Kurve:
EINE GUTE REDE IST EINE ANSPRACHE, DIE DAS THEMA ERSCHÖPFT,
ABER KEINESWEGS DIE ZUHÖRER. (WINSTON CHURCHILL)
I
m Grunde sind die Beimischungen
für einen guten Vortrag sehr einfach,
anspruchsvoll ist lediglich die finale
Feinabstimmung. Aber beginnen wir
von vorne. Als Schauspieler habe ich
die Erfahrung gemacht, dass Menschen
in erster Linie etwas erleben wollen. Lan-
geweile lässt sie sehr rasch das Interesse
verlieren.
Deshalb ist es sehr wichtig, dass man
ihre Erwartungen bricht. Beginnen Sie
deshalb mit einer Überraschung. Mit
einer provokanten Äußerung, von Ihnen,
oder einem Dritten, einer unglaublichen
Geschichte, mit einer Bilderreise, einem
auffälligen Video, Lied, etc. Damit haben
Sie die erste große Hürde genommen.
Danach kommen Sie erst zu einem allge-
meinen Erklärungsteil. Dieser ist wichtig,
damit man sich überhaupt auskennt.
Dann kommt der Teil, in dem man ne-
gative Botschaften, Entwicklungen und
Prognosen einbauen kann. Statistisch
gesehen, werden sie nämlich an dieser
Stelle am schnellsten vergessen. Unter-
nehmen werden diese Information bei
Presseveranstaltungen sehr schätzen…
Danach muss aber ein, mit mehreren,
der Wichtigkeit nach geordnete Fakten,
positiver Aufstieg beginnen. Mit der
besten Botschaft muss man enden, denn
diese nimmt das Publikum mit nach
Hause.
Felix Kurmayer
Schauspieler, Studiosprecher
und Kommunikationstrainer
www.felix-kurmayer.atAufbau eines Vortrages
Der Einstieg und das Ende jeder Präsen-
tation, jedes Vortrages, ist also entschei-
dend, wobei das Finale mit zwei Drittel der
Gesamtwirkung am wichtigsten bleibt.
Woher ich diese Weisheiten habe? Nun als
Kommunikationstrainer und Schauspieler,
der auch in den USA studiert hat, kenne
ich diese Fakten. Sie sind aus Untersu-
chungen der deutschen, klassischen Litera-
tur entnommen.
Und warum hat man gerade diese unter-
sucht? Weil ihre Qualität mehrere Jahr-
hunderte überlebt hat. Und jede Qualität
besitzt ein Geheimnis, das es zu
lüften gibt: die dramatur-
gische Kurve.